Billig kann teuer sein

Bild: proDente

In vielen Bereichen, ganz besonders aber in einem so sensiblen Bereich wie der Gesundheitsversorgung gilt: Zwischen billig und preiswert muss sorgfÀltig unterschieden werden.

Vereinzelt weisen Krankenkassen darauf hin, dass Zahnersatz auch billiger herzustellen ist. Dazu soll der Zahnarzt die ganz persönlichen Behandlungsunterlagen der Patienten Betrieben zur VerfĂŒgung stellen, die der Zahnarzt womöglich gar nicht kennt und ĂŒber deren zahntechnische Qualifikationen ihm womöglich nichts bekannt ist.

Zu bedenken:

  • Die freie Arztwahl und die freie Wahl des zahntechnischen Labors durch den Zahnarzt sind ein hohes und vor allem im Interesse des Patienten QualitĂ€t sicherndes Gut im deutschen Gesundheitswesen. Wer kann fundierter entscheiden: Der Sachbearbeiter einer Krankenkasse oder der Zahnarzt?
  • Gerade bei den ZĂ€hnen, die bei Nahrungsaufnahme und -verarbeitung eine primĂ€re Rolle spielen, dĂŒrfen keine Experimentierfelder bestellt werden. Fehler und Fehlerfolgen mĂŒssen im Gesundheitsbereich nicht selten teuer bezahlt werden, wenn sie nicht sogar irreparabel sind. Das ist wohl auch ein Grund dafĂŒr, warum sich viele der gesetzlichen Krankenversicherer ausdrĂŒcklich zur Versorgung mit Zahnersatz aus dem deutschen zahntechnischen Meisterlabor bekennen.

Zitat:

Die KassenzahnĂ€rztliche Vereinigung Westfalen-Lippe schrieb im ZahnĂ€rzteblatt Nr. 1/2001: "Jeder Behandler sollte prĂŒfen, ob er sich auf solch therapeutisches Glatteis begeben will. Zahnersatz ist zwar ein WerkstĂŒck, aber eines, das nicht fließbandmĂ€ĂŸig hergestellt wird.

Hoch individuell sind die Anforderungen!

Ein jeder in der Prothetik seit langem tĂ€tige Zahnarzt weiß, dass Arbeiten hĂ€ufig nur dann gelingen, wenn diese in enger Absprache mit dem ausfĂŒhrenden Techniker durchgefĂŒhrt werden. Solche individuellen Absprachen sind wohl kaum möglich mit möglicherweise ungelernten Technikern auf den Philippinen oder sonstwo.

QualitÀtsgarantien von unbekannten Handelsgesellschaften oder "Laboratorien", die sich sinnigerweise auf angewandte Materialien beziehen, können schnell zu Schall und Rauch werden. [...]"