Befund und Regelversorgung

Bild: proDente

Seit dem 01.01.2005 gilt nach einer entsprechenden gesetzgeberischen Reform im Bereich der Zahnersatzversorgung das System befundorientierter Festzusch├╝sse. Die Spitzenverb├Ąnde der Krankenkassen und der Zahn├Ąrzte haben einen bundesweit einheitlich geltenden Katalog von Befunden erarbeitet und verabschiedet.

Hierzu mussten Millionen von bei der Gesamtplanung theoretisch denkbaren Befunden an ein zahlenm├Ą├čig ├╝bersichtliches Raster angepasst werden.

Die Befunde wurden in weniger als 10 Befundgruppen eingeteilt. Jedem der insgesamt etwa 50 in diesen Gruppen enthaltenen Befunde wurde wiederum eine feste Regelversorgung, also eine (nur) im Durchschnitt zum Befund passende Standardversorgung zugeordnet.

In einem letzten Schritt wurde eine durchschnittliche Kostenabsch├Ątzung dieser Regelversorgungen getroffen. Auf Basis dieser "Durchschnittskosten f├╝r die Durchschnittsversorgung" wurde dann jeder Regelversorgung ein fester Zuschussbetrag zugeordnet.

Vorteil

Als Patient erhalten Sie seit dem 01.01.2005 im Gegensatz zu fr├╝her immer einen Zuschuss, unabh├Ąngig davon, f├╝r welche Therapieform Sie sich entscheiden.

Damit steht Ihnen der Weg zur gesamten Palette moderner Zahntechnik aus dem Meisterlabor offen, ohne dass Sie noch wie 2004 teilweise ohne Zusch├╝sse auskommen m├╝ssen. Ein Beispiel hierf├╝r ist die Versorgung mit Implantaten und darauf aufgebauten Suprakonstruktionen.

Nachteil

Der standardisierte Regelversorgungskatalog kann nat├╝rlich aufgrund der Vielfalt der tats├Ąchlichen medizinischen Gegebenheiten und auch aufgrund der Vielfalt der zahntechnischen Versorgungsm├Âglichkeiten nicht f├╝r jeden Fall die optimale Versorgung ber├╝cksichtigen.

Diesem Umstand tr├Ągt auch das dreizeilige Zahnschema auf Ihrem Heil- und Kostenplan Rechnung: Neben der Zeile f├╝r die fest definierte und die Zuschussh├Âhe determinierende Regelversorgung kann und wird hier deshalb h├Ąufig in der Zeile "Therapieplanung" die tats├Ąchlich angezeigte und in Absprache mit Ihnen vom Zahnarzt geplante, von der Regelversorgung abweichende tats├Ąchliche Versorgung eingetragen.

Konsequenz:

Der Festzuschuss deckt heute in sehr vielen F├Ąllen nicht mehr wie fr├╝her (je nach Bonusanspruch) 50%, 60% oder 65% der tats├Ąchlichen Kosten ab. Die Verantwortung f├╝r vermeintlich "teurer" gewordenen Zahnersatz kann dem zahntechnischen Labor Labor nicht zugeschoben werden, auch wenn einige Kostentr├Ąger dieses gern unzutreffend behaupten.